Frau Liane Sieger ist Geschäftsführerin der Gesellschaft für diakonische Einrichtungen in Hessen und Nassau mbH. Die Einrichtung qualifiziert aktuell mehrere Pflegefachkräfte im Bereich Wundmanagement weiter. Im Interview spricht Frau Sieger über die Gründe für die Qualifizierung, die Anforderungen des ambulanten Pflegealltags und die Erfahrungen ihrer Mitarbeitenden mit der Online-Weiterbildung.
Was war der konkrete Anlass dafür, mehrere Mitarbeitende zu Wundexpert:innen weiterzubilden?
In unseren ambulanten Pflegediensten sind wir auf die Versorgung von Menschen mit chronischen und schwer heilenden Wunden spezialisiert und verfügen hierfür über entsprechende Vereinbarungen mit den Kostenträgern. Damit verbunden ist für uns die Verantwortung, die dafür erforderliche fachliche Kompetenz kontinuierlich weiterzuentwickeln und eine hochwertige Versorgung sicherzustellen.
Deshalb qualifizieren wir derzeit mehrere Pflegefachkräfte im Bereich Wundmanagement weiter. Wir möchten unsere vorhandene Expertise gezielt ausbauen und sicherstellen, dass unsere Mitarbeitenden auch bei komplexen Versorgungssituationen über das notwendige Fachwissen verfügen.
Welche Ziele verfolgen Sie mit der Qualifizierung – für Ihre Mitarbeitenden und für Ihre Einrichtung?
Bisher wurden unsere Mitarbeitenden für entsprechende Weiterbildungen überwiegend in Präsenz und in Vollzeit geschult. Das war insbesondere für die Dienst- und Tourenplanung mit einem hohen organisatorischen Aufwand verbunden, da die Mitarbeitenden während der Qualifizierung aus dem regulären Pflegeeinsatz herausgenommen werden mussten.
Mit dem Online-Format möchten wir unseren Mitarbeitenden deshalb eine flexiblere Möglichkeit zur beruflichen Weiterentwicklung bieten. Gleichzeitig möchten wir spezialisiertes Wissen stärker innerhalb unserer ambulanten Strukturen verankern und unsere Mitarbeitenden in ihrer fachlichen Entwicklung unterstützen.
Welche Bedeutung hat die Spezialisierung im Wundmanagement für Ihre Einrichtung?
Die Versorgung von Menschen mit chronischen und schwer heilenden Wunden ist ein wichtiger Bestandteil unseres Leistungsangebots. Eine gute Wundversorgung erfordert dabei mehr als pflegerische Erfahrung: Dazu gehören fundiertes Fachwissen, eine strukturierte Wundbeurteilung, eine fachgerechte Dokumentation und eine gute Zusammenarbeit mit Ärzt:innen und weiteren an der Versorgung Beteiligten.
Dabei ist uns wichtig, den Menschen nicht ausschließlich über seine Wunde zu betrachten. Seine persönliche Situation und seine individuellen Bedürfnisse müssen ebenso berücksichtigt werden. Fachliche Kompetenz und eine menschliche, individuelle Begleitung gehören für uns deshalb zusammen.
Welche konkreten Vorteile erwarten Sie durch die zusätzlichen Qualifikationen?
Von den zusätzlichen Qualifikationen erwarten wir zunächst einen direkten Nutzen für die tägliche Versorgung. Unsere Mitarbeitenden können ihr Wissen unmittelbar einsetzen und auch komplexe Wundsituationen fachlich fundierter einschätzen und begleiten.
Darüber hinaus stärken wir damit unser spezialisiertes Leistungsangebot. Die zusätzliche Qualifikation gibt unseren Mitarbeitenden mehr Sicherheit in ihrem Handeln und unterstützt uns dabei, die Qualität unserer Versorgung kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Warum haben Sie sich für die Kenbi Akademie entschieden? Was war Ihnen bei der Auswahl besonders wichtig?
Für uns war entscheidend, dass die Weiterbildung fachlich zu unserem Bedarf passt und sich gleichzeitig mit den Anforderungen des ambulanten Pflegealltags vereinbaren lässt.
Das Konzept der Kenbi Akademie ermöglicht es uns, mehrere Mitarbeitende weiterzubilden, ohne sie über einen längeren Zeitraum aus dem laufenden Dienstbetrieb herausnehmen zu müssen. Diese Kombination aus fachlicher Qualifizierung und organisatorischer Flexibilität war für uns besonders relevant.
Welche Rolle hat das Online-Format bei Ihrer Entscheidung gespielt?
Das Online-Format war für uns ein ganz wesentlicher Faktor. In der ambulanten Pflege müssen Weiterbildungen immer mit der Dienst- und Tourenplanung in Einklang gebracht werden. Eine klassische Vollzeit-Präsenzweiterbildung ist hier organisatorisch deutlich aufwendiger.
Durch die zeit- und ortsunabhängige Gestaltung können unsere Mitarbeitenden ihre Lernzeiten wesentlich flexibler planen. Das erleichtert insbesondere die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und ermöglicht eine kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung.
Gleichzeitig ist uns wichtig, auf die Eigenverantwortung unserer Mitarbeitenden zu setzen. Berufliche Entwicklung und persönliche Lebenssituationen sollten aus unserer Sicht kein Widerspruch sein.
Wie wurde die Weiterbildung von Ihren Mitarbeitenden aufgenommen und welches Feedback haben Sie bisher erhalten?
Die Möglichkeit, die Weiterbildung flexibel und selbstständig zu absolvieren, wird von unseren Mitarbeitenden sehr positiv aufgenommen. Besonders die freie Zeiteinteilung wird als großer Vorteil wahrgenommen.
Das erworbene Wissen können die Mitarbeitenden direkt in ihre tägliche Arbeit einbringen und dadurch ihre fachliche Sicherheit im Umgang mit chronischen Wunden weiter stärken.
Für uns bedeutet Weiterentwicklung dabei gemeinsames Engagement: Wir schaffen die Rahmenbedingungen, unsere Mitarbeitenden bringen ihre Fachlichkeit und ihre Bereitschaft zur Weiterentwicklung ein – und letztlich profitieren davon die Menschen, die wir versorgen.
Vielen Dank für das Gespräch, Frau Sieger!
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